| JG-Landesversammlung zeigt Zähne | 21.03.2009 |

Unter dem Motto „Endlich wieder Zähne zeigen“ stand die 27. Landesversammlung der Jungen Generation in der SVP (JG) am vergangenen Samstag im Sterzinger Stadttheater. Der ladinische Landesjugendreferent-Stellvertreter Daniel Ellecosta konnte dazu rund 150 Delegierte, zahlreiche Ehrengäste, darunter Mitglieder der Landesregierung und des Landtages, sowie Vertreter von Südtirols Jugendorganisationen und den Partnerorganisationen der JG wie der Jungen ÖVP, der Jungen Union Bayern oder des PATT begrüßen.
Dass sich die JG als kritische Kraft innerhalb der Südtiroler Volkspartei etablieren will, bewiesen sowohl Bezirksjugendreferent Alexander Haller in seiner Begrüßung als auch Landesjugendreferent Philipp Achammer in seinem Referat.
„Die JG werde von vielen unterschätzt“, meinte Achammer zu Beginn seiner Rede und prangerte in der Folge das materielle Wettrüsten in den Wahlkämpfen des Jahres 2008 an. „Sind wir eine Sesselkleber-Partei?“, fragte Achammer offen. „Trotz gegenteiliger schöner Reden will man junge und noch so fähige Leute in der SVP nicht ans Ruder lassen!“ Das schlechte SVP-Jugendergebnis bei den Landtagswahlen führte der JG-Chef darauf zurück, dass es die Partei verabsäumt habe, Visionen für Südtirol von morgen zu präsentieren und immer nur auf die Leistungen des Gestern und Heute verwiesen habe. Weiters mahnte Achammer zu einer raschen gesetzlichen Regelung zur Senkung der Politikerbezüge. „Wir erweisen uns aber auch einen Bärendienst, wenn wir glauben, jetzt noch die Mandatsbeschränkung auf Gemeindeebene abzuschaffen. Denn niemand darf von sich selbst glauben, unersetzbar zu sein“, so Achammer. Authentizität, Visionen sowie Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit müsse die SVP den jungen Leuten bieten, um sie wieder für sich zu gewinnen, forderte der Landesjugendreferent.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wer sind wir? Über Heimat und Identität in (Süd)Tirol“, an der Landeshauptmann Luis Durnwalder, Tirols Altlandeshauptmann Wendelin Weingartner, Extrembergsteiger Reinhold Messner, Landesschützenkommandant Paul Bacher, die ehemalige Landtagsabgeordnete Maria Bertolini, der Journalist Hans Karl Peterlini sowie SVP-Parteiobmann Elmar Pichler Rolle teilnahmen. „Wir leben in einem Staat, den wir uns nicht ausgesucht haben“, meinte Landeshauptmann Luis Durnwalder. „Wir sind Südtiroler, Tiroler, Angehörige einer österreichischen Minderheit und italienische Staatsbürger“, so Durnwalder zur Frage von Südtirols Identität. Das „grenzüberschreitende Europa“ stellte Wendelin Weingartner in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, während Hans Karl Peterlini meinte, dass „Südtiroler sein in die Enge führen kann“. „Gesunden Patriotismus unter der Jugend“ möchten die Schützen vermitteln, so Landeskommandant Paul Bacher. Reinhold Messner hingegen rief hingegen dazu auf „dafür zu sorgen, dass sich alle 480.000 Südtiroler stärker mit der Autonomie identifizieren“. Elmar Pichler Rolle zeigte sich überzeugt, dass „die Südtiroler aus der Igelstellung herauskommen müssen, um Menschen und Kreisläufe zusammenzubringen“. Und Maria Bertolini meinte schlussendlich, dass „die Jugend die Werte der Heimat selbst entdecken muss“.
Die JG verabschiedete zum Abschluss ihrer Landesversammlung auch vier Resolutionen zu den Themen Mandatsbeschränkung, Senkung der Kosten der Politik, zur programmatischen Neuausrichtung der Partei sowie für ein landesweites Nightlinerkonzept.

